
Gehorchen Schweizer Faschisten Scharon?
Ariel
Scharon bezeichnete im November 2003 die wachsende Zahl von Muslimen innerhalb
der EU als Gefahr "für das Leben der Juden". Wird das jetzt "umgesetzt"?
Manchmal
macht es Sinn, einen Blick in die Geschichte zu werfen - in die junge wie auch
etwas ältere - um Gesamtzusammenhänge besser zu verstehen. Das Minarettverbot in
der Schweiz ist keine, ohne einen Gesamtkontext geschehene, Überraschung.
Vielmehr reiht sich das Ereignis, wie ein sehr bedeutsamer Puzzleteil, in eine
lange und kurze Geschichte, die in Europa zu einem Höhepunkt der
Unmenschlichkeit geführt hatte.
Zunächst
einmal ist es von großer Bedeutung, einen Blick in die für heutige Generationen
lange zurück liegende Geschichte zu werfen. Fast alle älteren Synagogen
Nordeuropas (soweit sie überhaupt noch erhalten sind), stehen auf einem hinteren,
von der Straße entfernten Grundstück. Es war im 17. Jh. behördlich verboten,
Synagogen direkt an der Straßenfront zu bauen. Damals gab es zwar keine
Volksabstimmung, aber die Völker waren durchaus mit jener Regelung einverstanden.
Damals gab es zwar keinen Sarrazin, aber es gab auch damals Hof-Bankmanager,
welche die Vorstellung verbreitet haben, dass Juden nur zu bestimmten Berufen
taugen bzw. bestimmte Berufe nicht ausüben durften (oder konnten). Es gab damals
zwar keine feministische Bewegung und keine Alice Schwarzer, aber die damalige "Frauenelite"
schaute meist mit einer Art Herrenmenschengefühl auf die armen Jüdinnen, die
fremden Männern nicht die Hand geben durften. Ein Bosbach war damals noch nicht
angedacht, wie auch die CDU nicht, aber es gab sehr viele Fürsten, die
einerseits vorgeheuchelt haben, Mitgefühl für Juden zu haben, aber dennoch vor
allem Verständnis für die Ausgrenzung der Juden gezeigt haben. Man müsse die
Volkes Meinung ernst nehmen; als wenn sie das bei anderen Fragen (z.B.
Kriegseinsätze damals wie heute) jemals getan hätten. Ein Broder war damals
nicht vorstellbar, aber es gab hinreichend sehr gebildete Hofnarren, die die
Herrschenden gegen die vermeintlichen Sündenböcke aufhetzten und dadurch auch
beim "Volk" beliebt waren.
Es ist
sicherlich kein Zufall, dass Letzterer heutzutage - selber Jude und faktisch der
lautstärkste Zionist in Deutschland - zu den lautesten Befürwortern des
Minarettverbots gegen Muslime heutzutage ist. Woran aber liegt das? Ist ihm
nicht bewusst, dass jene Abneigung sich eines Tages auch gegen Juden richten
könnte? Aber darum geht es nicht! Damals wie heute geht es darum, ein
Unrechtssystem aufrecht zu erhalten. Israel ist heute das Mahnmahl für westliche
Vertreibungs- und Unrechtspolitik seit 60 Jahren. Guantanamo, Afghanistan, Irak
und andere Beispiele vervollständigen das Bild. Und in Europa gibt es eine
Gruppe von Menschen (wenn auch eine sehr kleine), die sich religiösbedingt und
ohne eingeschüchtert werden zu können, beständig gegen das Unrecht verbal
auflehnt! Das hatte bereits Ariel Scharon - damals Zionistenanführer - im
November 2003 festegestellt und die wachsende Zahl von Muslimen innerhalb der EU
als Gefahr "für das Leben der Juden" bezeichnet. Und was ist mit solch einer "Gefahr"
zu tun? Einstmals wurden "Juden" als "Gefahr" bezeichnet. Die Argumente von
damals und heute sind kaum voneinander zu unterscheiden! Daher darf man auch
nicht den Fehler machen, Scharon und Broder als Vertreter des Judentums zu
betrachten. Beide haben mit der Religion des Judentums kaum etwas zu tun. Sie
missbrauchen das Judentum, wie einstmals Fürsten das Christentum missbraucht
haben, um ihre Herrschaft sicher zu stellen, die Herrschaft des Kapitals, der
Macht.
Und die
Gewaltherrscher von damals wie heute hatten einen unvorstellbaren Ideenreichtum,
die Welt auf den Kopf zu stellen. Erst vor wenigen Wochen musste sich in
Deutschland ein friedlicher muslimischer Prediger vor Gericht dafür verantworten,
dass er in einem Gemeinschaftsgebet darum gebetet hatte, dass Gott die Feinde
der Muslime bestrafen möge. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da
fallen ganze Horden von westlichen Soldaten über muslimische Länder her, richten
ein Massaker nach dem anderen an, bei dem unzählige Zivilisten ermordet werden,
und ein Muslim, der nichts anderes getan hat, als dafür zu beten, dass die
Feinde der Muslime von Gott bestraft werden mögen, muss sich vor Gericht
verantworten. Irgendein Verantwortlicher an Massenmorden oder Guantanamo musste
sich bisher in keinem westlichen Land für sein offensichtliches Verbrechen
verantworten. Ja, damals war es nicht anders.
Und um
den aktuellen zum Himmel schreienden Skandal der Schweizer zu vertuschen,
beeilen sich die Hofberichterstatter, möglichst auch hinreichend viele Schweizer
zu Wort kommen zu lassen, die der Welt das Märchen von der Schweizer Demokratie
erzählen dürfen, von der dann die Hofinterviewer auch beeindruckt sind. Aber
werfen wir doch einmal einen Blick auf die Schweizer Demokratie: Das
Frauenstimmrecht wurde in der Schweiz durch eine eidgenössische Abstimmung am 7.
Februar 1971 eingeführt! Wir haben uns nicht verschrieben! Es handelt sich
wirklich um Neunzehnhunderteinundsiebzig! Aber das war noch lange nicht in der
gesamten Schweiz gültig. Denn "Volks"abtimmungen in den Kantonen führte dazu,
dass das "Volk", also die Männer, dagegen stimmten, dass Frauen mit abstimmen
dürfen. Es dauerte bis zum 25. März 1990 bis endlich auch Appenzell Innerrhoden
die Frauen das Recht erhielten, zu wählen, aber nicht etwa, weil eine
Volksabstimmung ihnen das Recht gewährt hätte! Damals gab das Bundesgericht
einer Klage von Frauen aus Appenzell Innerrhoden Recht und bestätigte damit die
Verfassungswidrigkeit der Innerrhoder Kantonsverfassung in diesem Punkt. Am 27.
November 1990 führte Appenzell Innerrhoden als letzter Kanton das Stimmrecht für
Frauen auf kantonaler Ebene ein, gegen den Willen der Mehrheit der damaligen
Stimmbürger. So viel zur Vorbild-Demokratie in der Schweiz! Merkwürdig nur, dass
die Broders, Sarrazins, und vor allem Schwarzers sich nicht mehr daran erinnern!
Jetzt
haben also die Schweizer so abgestimmt, wie der im Koma liegende Scharon es sich
wohl gewünscht hätte, und die Vorreiter jener Kampagne mit widerlichen Plakaten
(man vergleiche die Plakate mit den Plakaten, die einstmals gegen Juden
aufgehängt wurden), treten mit großer Freude in den sie fördernden Medien auf
und verkünden, dass diejenigen, die unter einem Minarett beten wollen, ja das
Land verlassen könnten. Noch sagen sie nicht, was geschieht, wenn sie es nicht
tun.
Ja, so
weit ist es gekommen. Die Hetzvolksabstimmung fand am Opferfest der Muslime -
dem größten islamischen Fest statt - was niemand von der Hofberichterstattung
thematisiert, oder zumindest danach gefragt hat. Wenige Tage danach gibt es eine
groß angelegte "Durchsuchungsaktion" gegen eine der größten muslimischen
Organisationen in Deutschland mit dem Vorwand, Sozialabgaben wären nicht gezahlt
und Steuergelder missbraucht worden. Und dafür war eine Razzia in Dutzenden von
Moscheen notwenig?!
Nein,
das Klima für Muslime in Europa wird immer rauer, und Scharons Wunsch - und
derjenige von Broder - nähert sich immer weiter der Umsetzung. Immer mehr
Muslime spielen mit dem Gedanken, das Land zu verlassen, immer mehr Muslime -
insbesondere die bereits gut ausgebildeten - haben das Land schon verlassen. Die
Broders und Schwarzers wünschen das wohl. Aber möchte das Volk wirklich mit den
Broders und Schwarzers, mit den Bosbachs und Sarrazins leben, wenn das Feindbild
"Muslim" nicht mehr in hinreichender Anzahl vorhanden ist und dann ein neues
Feinbild notwenig wird?
Der neue
Innenminister will die Bundeswehr auch im Inneren Einsetzen. Guantanamo wird
nicht geschlossen, aber Obama dafür nicht kritisiert. Er sendet 30.000 neue
Soldaten nach Afghanistan und keinem Friedensnobelpreisverkünder treibt das die
Schamesröte ins Gesicht; es sind ja Friedenssoldaten.
Die
Banken treiben ihr böses Spiel gegen die gesamte Bevölkerung weiter, ohne dass
ihnen jemand Schranken aufzeigt. Und US-Konzerne "zocken" die deutsche
Wirtschaft gerade ganz offensichtlich ab (anders kann man das nicht nennen). GM
will Milliarden von Deutschen, und Daimler verlagert Arbeitsplätze in die USA
und lässt Deutsche Fachkräfte im Trockenen sitzen.
Ja,
merkt denn wirklich niemand, dass in solch einer Atmosphäre, in der Deutschland
von seinem größten und wichtigsten Verbündeten wirtschaftlich die Hosen
ausgezogen werden, während Deutschlands Staatsräson deutsche Kriegsschiffe mit
deutschen Steuergeldern verlangt - das Geschenk einfach nur verlangt - eine bis
an die Haarspitzen gereizte Bevölkerung normalerweise explodieren würde! Aber
sie tut es nicht, denn die Explosion wird frühzeitig künstlich erzeugt, gegen
den Islam, gegen Muslime, von den lautesten Hasspredigern der USA und Israels
zusammen mit der nahezu gesamten deutschen Hofberichterstattung. Merkt dass denn
wirklich niemand? Und merkt denn niemand, wie die Anführer von Rechts und Links
gemeinsam gegen den Islam hetzen (auch indem sie sich gegenseitig die
Zusammenarbeit mit Muslimen vorwerfen).
Dieses
Land ist so weit gekommen, dass man diese für jeden leicht nachprüfbare Wahrheit
offen aufschreiben und verbreiten kann, ohne dass es die Spur einer Chance hätte,
gegen die nackten Frauen auf den Blättern, die jedes Verbrechen der USA und
Israels unterstützen, auch auf Kosten des deutschen Steuerzahlers!
Daher
gibt es nur einen einzigen Weg zum Frieden, den schon so viele Menschen so oft
wiederholt haben. Der Frieden selbst ist der Weg und jeder kann nur bei sich
selbst beginnen. Die Selbsterziehung ist die Grundlage. Nur jemand, der sich
selbst erzogen hat, wird sich gegen die Vereinnahmung als Platzhalter in einem
unmenschlichen Unterdrückungsmechanismus wehren können.
Bliebe
noch die Frage, wer denn in der Überschrift des Artikels "Gehorchen Schweizer
Faschisten Scharon?" mit Faschist gemeint ist, Scharon oder die Schweizer, die
jene Volksabstimmung angeführt haben. Die Antwort sei dem Leser überlassen.
Es grüßt
herzlich
Ihr
Muslim-Markt-Team