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Protest gegen Wiener Imam
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In Wien gehen um den umstrittenen Imam Adnan Ibrahim derzeit die Wogen
hoch: Der islamische Geistliche soll beim Gebet am vergangenen Freitag in seiner
Wiener Moschee gegen Israel gehetzt und die radikal-islamische Hamas als „Widerstandskämpfer
für uns alle“ bezeichnet haben. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde,
Ariel Muzicant, hat am Donnerstag die Suspendierung des umstrittenen Imams
gefordert. „Würde ein Rabbiner innerhalb der jüdischen Gemeindehäuser so
sprechen, wie das dieser Imam getan hat, er wäre in dieser Sekunde seinen Job
los“, sagte Muzicant. Die Grünen sehen die Islamische Glaubensgemeinschaft am
Zug.
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Muzicant warnte im Ö1-Radio davor, dass der Nahost-Konflikt nach Österreich
überschwappen könnte und forderte die Islamische Glaubensgemeinschaft auf,
stärker zu deeskalieren. Ibrahim soll Israel als „Bestie“ bezeichnet haben. Die
USA geißelte der Imam, weil sie dem Nahen Osten das „amerikanisch-zionistische
Projekt“ aufzwinge, den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, weil er die
Hamas als Terroristen abstemple.
Adnan
Ibrahim gilt als eine Art „Starprediger“ der Wiener Muslime, der oft aneckt,
aber auch schon Haltung bewies. Im März des Vorjahres appellierte er über den
arabischen Sender Al-Jazeera an die Entführer der beiden Salzburger Touristen
Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber appelliert, die Österreicher freizulassen. Der
Imam hatte damals betont, dass der Islam in Österreich eine anerkannte Religion
sei und Österreich dieses „Mandat der Anerkennung“ auch als „Exportgut“ in die
EU hinaustrage.
Al-Rawi:
Ibrahim hat Angehörige in Gaza verloren
Der
Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi,
bezweifelte seinerseits, dass die medial kolportierten Aussagen tatsächlich so
getätigt worden sind. Auch müsse man die persönliche Situation Adnan Ibrahims –
er wurde in Gaza geboren, kam 1995 nach Österreich – mitbedenken, der im Gaza-Streifen
drei Angehörige verloren habe. Und drittens: Alle Religionsgemeinschaften würden
sich immer wieder politisch äußern: „Die Kultusgemeinde positioniert sich
dauernd politisch in Richtung Israel. Der Papst hat sich einmal gegen den Irak-Krieg
positioniert, Kardinal Schönborn hat sich für die Christen im Irak positioniert.“
Grüne
sehen Glaubensgemeinschaft am Zug
Grüne
Integrationssprecherin Alev Korun – eine gebürtige Türkin – meinte in Reaktion
auf die angeblichen Aussagen des Imams, dass Ibrahim sich nicht um politische,
sondern religiöse Belange zu kümmern habe. Sollte er tatsächlich gegen Israel
gehetzt haben, wäre die Islamische Glaubensgemeinschaft „als Oberbehörde des
Imams am Zug, einzugreifen und Konsequenzen zu ziehen“, so Korun. „Es ist nicht
hinzunehmen, dass ein Prediger, der Vorbildwirkung haben sollte, in einer Wiener
Moschee eine islamistische Organisation verteidigt und den Gottesstaat Iran, der
alles andere als eine Demokratie ist, lobt. Statt die Palästina-Israel-Frage zu
‚islamisieren‘ und politisch Stellung zu beziehen, sollte ein Imam sich um
seine, nämlich religiöse Belange kümmern.“
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