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08.11.2008 / Abgeschrieben / Seite 8
Pfad der Gerechtigkeit
Die Washington Post veröffentlichte das Glückwunschschreiben des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vom 6. November an »Mr.
Barack Obama, gewählter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika«:
Ich gratuliere Ihnen zum Gewinn der Wahl. Wie Sie wissen gehen die Chancen, die Gott seinen Geschöpfen gibt, schnell vorbei. Sie können für die Vervollkommnung der Menschheit und zum Wohl der Nationen genutzt werden oder, Gott behüte, zum Schaden der Nationen.
Ich hoffe, Sie werden sich dafür entscheiden, den wirklichen Interessen der Menschen, der Gerechtigkeit und dem Recht zu folgen, statt der unersättlichen Gier einer selbstsüchtigen Minderheit.
Die Menschen erwarten eine unmittelbare und klare Antwort auf ihre Forderung nach grundlegenden Veränderungen der amerikanischen Regierungspolitik, sowohl nach Innen wie nach Außen. Das ist der Wunsch aller Nationen der Welt, einschließlich der amerikanischen, und es sollte Ziel und Grundlage Ihres gesamten künftigen Regierungsprogramms und Ihrer Handlungen sein.
Zum einen erwartet die amerikanische Nation mit ihren spirituellen Neigungen, daß Ihre Regierung ihre Energie und ihren Willen darauf konzentriert, dem Volke zu dienen. Das betrifft den Umgang mit der aktuellen Wirtschaftskrise; die Wiederherstellung des Ansehens, der Moral und der Hoffnung Ihres Landes; Beseitigung von Armut und Diskriminierung; Erneuerung des Respekts vor den Individuen, ihrer Sicherheit und ihren Rechten. Die amerikanische Nation erwartet zugleich eine Politik, die die Grundlagen der Familie stärkt, wie es zu den Lehren der heiligen Propheten gehört, die auch in Amerika verehrt werden.
Auf der anderen Seite erwarten die Nationen der Welt die Beendigung einer Politik, die auf Kriegstreiberei, Invasion, Einschüchterung und Schikanen, Täuschung und Betrug, auf der Demütigung anderer Länder durch das Aufzwingen voreingenommener und unfairer Forderungen beruht, auf einem diplomatischen Stil, der Haß gegen Amerika genährt und die Achtung vor dem amerikanischen Volk untergraben hat. Die Nationen der Welt wollen Handlungen sehen, die auf Gerechtigkeit, auf der Achtung der Rechte von Menschen und Staaten, auf Freundschaft und auf Nichteingreifen in die Angelegenheiten Anderer beruhen. Sie wollen, daß die amerikanische Regierung ihre Interventionen auf die Grenzen ihres Landes beschränkt.
In der empfindlichen Region des Nahen und Mittleren Ostens ist die Erwartung ganz besonders, daß die ungerechten Handlungen der letzten 60 Jahre einer Politik weichen, die die vollen Rechte aller Nationen ermutigt, besonders der unterdrückten Nationen Palästinas, Iraks und Afghanistans.
Die große zivilisationsbauende und gerechtigkeitssuchende Nation des Iran würde umfassende, faire und reale Veränderungen der Politik und der Handlungen, vor allem in dieser Region, begrüßen.
Wenn Schritte auf dem Pfad der Gerechtigkeit, im Sinne der Lehren der heiligen Propheten, unternommen werden, besteht Hoffnung, daß der allmächtige Gott helfen wird und daß der ungeheure Schaden, der in der Vergangenheit angerichtet wurde, etwas verringert werden kann.
Ich bitte Gott, der gesamten Menschheit und allen Nationen Gesundheit und Glück, Ehre und Gedeihen zu gewähren. Möge er den Herrschern und Amtsträgern die Fähigkeit schenken, aus der Vergangenheit zu lernen und jede Chance zu nutzen, zu dienen, Liebe und Güte zu verbreiten, Unterdrückung zu beseitigen, Gerechtigkeit zu tun und den heiligen Richtlinien zu folgen. Mahmud Ahmadinedschad
Übersetzung: Knut Mellenthin