Islamische Banken als Alternative

 

Finanzhäuser im Nahen Osten sehen sich als Ort der Stabilität inmitten der Krise

 

Kairo - Die Börsen im Nahen Osten werden vom Sog der internationalen Finanzkrise ebenfalls schwer erschüttert. Nach einer fast einwöchigen Handelspause wegen des Eid al-Fitr, das Fest zu Ende des Ramadans, mussten zu Wochenbeginn fast alle regionalen Märkte Einbrüche hinnehmen.

 

Die Börse in Kairo eröffnete am Dienstag mit einem Verlust von 14,5 Prozent. Seit dem Höchststand im Mai hat sich der Marktwert der Aktien fast halbiert. In Kuwait und Dubai pendelten sich die Verluste bei 4 Prozent ein. Allerdings könnte es auch Krisengewinner geben: islamische Banken.

 

Ein führender Gelehrter ging gar so weit, das islamische Finanzmodell als einzige Antwort auf die aktuelle Krise zu preisen. Das mag übertrieben sein, aber die Krise dürfte auf alle Fälle dazu führen, dass das islamische Bankwesen weiter an Bedeutung gewinnt.

 

Islamische Finanzinstitute müssen mit dem islamischen Recht, der Sharia, vereinbar sein. Zu den wichtigsten Grundsätzen gehören das Verbot von Zinsen. Die Banken erwirtschaften ihren Profit durch Gewinnbeteiligungen bei ihren Schuldnern. Der Koran verbietet den Gläubigen zudem, hohe Risiken einzugehen. Religiöse Motive beeinflussen die Investitionsentscheide, dafür wird eine etwas tiefere Rendite als im herkömmlichen Bankgeschäft in Kauf genommen.

 

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