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Qur'an / Koran
Aussprache: Al qur-an
offenbart seit 610 n.Chr. |
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Der Heilige Qur'an ist die heilige Schrift des
Islam. Sie ist
Gottes wörtliche
Offenbarung an
Prophet Muhammad (s.), dem der gesamte
Heilige Qur'an in einer einzigen Nacht, der
Nacht der Bestimmung, in sein
Herz geschrieben wurde.
Später wurde der Text in einem Zeitraum von fast 20
Jahren als "Lesung", was die Bedeutung von "Qur'an" ist,
durch
Gabriel (a.) vom
Herzen des
Propheten Muhammad (s.)
auf seine Zunge gebracht.
Der Koran besteht aus 114
Suren, wovon 113 mit der
Basmala beginnen. Sie fehlt vor
Sure 9 (Buße), erscheint aber ein zweites Mal
in 27:30, so dass sie 114 Mal vorkommt. Jede Sure
besteht aus einer unterschiedlichen Anzahl von
Ayat der insgesamt 6236
Verse. Um eine
gleichmäßige Verlesung während des Monats
Ramadan und bei anderen
Gelegenheiten zu ermöglichen, wurde der Heilige Qur'an
zudem in 30 gleichlange Teile, die
Dschus, aufgeteilt. Einen andere Aufteilung
in sieben gleich lange
Manzil
ermöglicht das Lesen in einer Woche.
Die
erste Offenbarung markiert die
Veröffentlichung der
Verse an die Menschheit.
Der Heilige Qur'an ist die geschriebene
Offenbarung,
während die
Ahl-ul-Bait die gelebte
Offenbarung sind. Beide
Offenbarungen sind für alle Zukunft
aneinander gekoppelt, und beide sind ohne die andere nur
unzureichend zu verstehen.
Der Heilige Qur'an wurde von den
Gefährten des
Propheten Muhammad (s.)
von Anfang an schriftlich festgehalten, zunächst als
Sammlungen von losen Blättern auf unterschiedlichen
Datenträgern des Heiligen Qur'an. Zusätzlich
gab es immer eine ganze Reihe von
Muslimen, die den bis
dahin vorhandenen Text komplett auswendig beherrschten.
Vor dem
Ableben des
Propheten Muhammad (s.) war die
Schriftsammlung abgeschlossen.
Imam Ali (a.) verbrachte das erste halbe Jahr
nach dem
Ableben des
Propheten Muhammad (s.)
damit, die lose Blattsammlung in Form eines gebundenen
Buches [Mushaf] zusammen zu fügen. Dabei erstellte er
zwei Versionen: Die erste Version ist die Anordnung der
Verse in der heute vorliegenden Form. Sie ist
die authentische Form, an die alle
Muslime glauben. Die
zweite Version war eine Zusammenstellung der
Verse in der Reihenfolge
der
Offenbarung, da die
Verse in der authentischen Version nicht in
der Offenbarungsreihenfolge angeordnet sind und bei
manchen Versen der Offenbarungszeitpunkt strittig ist.
Diese lediglich in der Anordnung der Verse
unterschiedliche Version liegt den
Muslimen heute nicht mehr
vor.
Schiiten glauben, dass diese Version bei
Imam Mahdi (a.) ist, als
eines der Insignien seiner Wahrhaftigkeit. In den
meisten Geschichtswerken wird die erste "offiziell"
gebundene Version in die Zeit des
Kalifen
Umar ibn Chatab gelegt. Die Zusammenstellung
Imam Alis (a.) war aber lange davor fertig.
Damals hatte die arabische Schrift noch keine
Vokalzeichen und keine Punkte, durch die in der heutigen
arabischen Schrift gleich aussehende Konsonanten
unterschieden werden. Deshalb war das mündliche
Beherrschen des Textes wichtig, und die Schriftform
diente vor allem als Gedächtnishilfe. Mindestens fünf
Abschriften wurden versandt, je eine nach
Mekka,
Kufa,
Basra,
Damaskus und eine blieb
in
Medina. Sie dienten als Vorlage für weitere
Abschriften.
Der Qur'an war die Basis für die immense damalige
Entwicklung der Wissenschaft in der
islamischen Weltgemeinschaft, welche alle
bekannten Wissenschaftsgebiete umfasste und die größten
Wissenschaftler der Zeit hervorbrachte.
Die kurzen
Suren des Heiligen Qur'an werden im
arabischen Original schon heranwachsenden Kindern
beigebracht, da sie Bestandteil des
Ritualgebets
sind. Die besondere Wertschätzung, die der Heilige
Qur'an unter
Muslimen genießt, drückt
sich auch dadurch aus, dass die Buchstaben nur im
Zustand
ritueller Reinheit berührt werden.
Das Studium des Textes und insbesondere das Nachdenken
darüber gilt als besonders wertvoller
Gottesdienst. Dazu gehört auch das Studium
der Auslegungen, wie z. B.
Al-Mizan, eine der
bekanntesten und umfangreichsten zeitgenössischen
Auslegungen.
Seit seiner
Offenbarung gab und gibt es immer eine große
Zahl von Muslimen, die den Heiligen Qur'an komplett und
wortwörtlich auswendig konnten bzw. können. Sie werden
Hafidh (Bewahrende)
genannt. Viele
Muslime beherrschen den Heiligen Qur'an
zumindest teilweise, auch jene, die der
arabischen Sprache nicht
mächtig sind. Beim Auswendiglernen kommt dem Lernenden
die besondere Reimform und der Rhythmus der
Ayat erleichternd zugute, wenn er die
Leseregeln beachtet.
Inzwischen liegt der Heilige Qur'an auch in
Übersetzungen in fast allen Sprachen vor. Die erste
Übersetzung erfolgte ins Persische und wurde von
Prophet Muhammad (s.)
selbst in Auftrag gegeben an seinen
Gefährten, den
persischsprachigen
Salman al-Farsi. Eine "perfekte" Übersetzung
des Heiligen Qur'an gilt allerdings als unmöglich, da
jede Übersetzung zugleich eine Interpretation beinhaltet.
Daher wird das Studium des Heiligen Qur'an im arabischen
Originaltext bevorzugt.
Die ersten
Qur'an-Übersetzungen ins Deutsche erfolgten
indirekt aus dem Latein. Die erste deutsche Übersetzung
direkt aus dem
Arabischen stammt von
1772 n. Chr. Inzwischen gibt es mindestens 30
verschiedene Übersetzungen. Als sehr wortgetreue
Übersetzung gilt diejenige des libanesischen Christen
Khoury. Der Einzige, der jemals versucht hat, bei der
Übersetzung den Reimklang mit zu übertragen, war
Friedrich Rückert. Die Übersetzung ist
allerdings nicht vollständig.
Für
Goethe war der Heilige
Qur'an ein Buch, „das uns, so oft wir auch daran
gehen, immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in
Erstaunen setzt und am Ende Verehrung abnötigt.“ |
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Genauers dazu z. B. A. Tabatabai: der Koran im Islam
(s. Bibliothek des
Quelle: Enzyklopädie des Islam
