Das (Pflicht)gebet (As-salat, namaz)
Das Gebet gehört wie das Fasten, Hadsch, Zakat, Dschihad u. a. zu
den Zweigen des Glaubens (Furu-ad-din), manche sprechen auch von
einer Säule des Islams. Die enorme Bedeutung des Gebets für den
Gläubigen ist im heiligen Qur’an und in verschiedenen Aussprüchen
des Propheten deutlich dokumentiert. Es dienst dazu, den Gläubigen
vom Gefängnis des Alltags zu befreien und ihn fünfmal am Tag auf
seinen Schöpfer auszurichten. Das Gebet, das im Islam sowohl von der
Zeit als auch von den Abschnitten und dem ganzen Verlauf genauen
Regeln unterliegt – es muss in Richtung Mekka verrichtet werden –
dient auch dazu, die Batterien des Gläubigen aufzuladen und soll,
wenn immer möglich, in der Gemeinschaft verrichtet werden. Auch wenn
der Gläubige allein betet, ist er durch die Gestaltung des Textes
immer Teil der Gemeinschaft (führe uns den rechten Weg…!) Das
rituelle Gebet muss im Islam auf Arabisch verrichtet und soll in
einer möglichst fehlerfreien Aussprache vorgetragen werden, was
nicht so schwer ist. Die Erhaltung des Arabischen als Kultsprache
ermöglicht es dem Muslim, überall auf der Welt mit den Geschwistern
gemeinsam zu beten, ohne von den anderen sprachlich getrennt zu sein.
Vom Pflichtgebet zu unterscheiden ist das Du’a, das Bittgebet, von
denen es eine gewaltige Menge gibt. Es kann frei gestaltet und in
jeder beliebigen Sprache abgehalten werden. Allerdings gibt es viele
Du’a, welche im Qur’an und vom Propheten bzw. von den Imamen für die
Gläubigen in den verschiedenen Situationen vorgeschlagen und von den
Gläubigen gerne aufgegriffen werden. Denn natürlich ist es wichtig,
dass auch die Du’a in einer schönen Sprache und inhaltlich richtig
vorgetragen werden.
Ausführlicher über das Gebet informieren kann man sich in
verschiedenen Schriften z. B. eine von Shabestari: das Gebet, IZH,
die auch in unserem Zentrum aufliegt.
